Cremige Ziegenkäse-Kürbistarte (und wie man lästige Gedanken los wird)


Datum: 13. Dezember 2015, Kategorien: Hauptgerichte
Zubereitungszeit: 20min + 35min Backzeit
  • Zutaten

  • Für den Boden:
  • 60gr Mandeln
  • 50gr Hafermehl
  • 20gr Kokosöl
  • ca. 2 EL Pflanzenmilch
  • Für den Belag:
  • 350gr Kürbispüree (am besten Muskatkürbis)
  • 150gr Ziegenfrischkäse
  • 3 Eier
  • 25gr Speisestärke
  • Salz, Pfeffer, Muskat

„Wir leben nicht, wir überlegen, wie wir leben sollten“

Lisa Firestone

Beim Zubereiten dieser wunderbaren Tarte habe ich viel über das Zitat nachgedacht. Anstatt den freien Nachmittag zu genießen, war ich nämlich zunächst mit meinen Gedanken bei all den Aufgaben, die ich eigentlich noch tun müsste.

Im Moment ist es nämlich eher ruhig in meinem Leben und mein innerer Kritiker bringt mit seinen Kommentaren gerne mal meine Mußestunden durcheinander: „Wie, du sitzt schon wieder nur im Sessel?“, „Willst du nicht mal was vernünftiges tun?“, „Jetzt hat du schon soviel Zeit und schaffst es immer noch nicht XYZ zu erledigen!“. Dabei kann ich tun, was ich will – es ist nie genug. Kennt ihr das auch?

Nach meiner Erfahrung hat  jeder Mensch so einen „inneren Nörgler“ oder zumindest ab und zu mal lästige Gedanken, die sich einfach nicht vertreiben lassen. Dabei gibt einen Knopf, mit dem man seinen inneren Kommentator an- und ausschalten kann! Dieser Knopf heißt „Default-Network“ oder (einfacher gesagt) „Erfahrungsnetzwerk“. Unser Gehirn kann nämlich nur eins: Denken ODER Wahrnehmen. Beides zusammen geht nicht. So lange wir also unseren Gedanken nachhängen, über unseren Tag nachgrübeln, das Gespräch mit der Kollegin Revue passieren lassen oder im Geiste unsere To-Do-Liste durchgehen, ist unsernarratives Netzwerk“ aktiv. Es verhält sich wie ein Radiomoderator, der unablässig vor sich hinplappert. Gleichzeitig steht dann die Wahrnehmung (= das Erfahrungsnetzwerk) auf Sparflamme. Sicher habt ihr das auch schon mal erlebt: Gedankenversunken lauft ihr durch die Stadt und plötzlich steht ihr vor eurem Haus, ohne irgendetwas vom Weg mitbekommen zu haben. Die bewusste Wahrnehmung ist quasi ausgeschaltet. Praktischerweise funktioniert das auch anders herum. Wer sich bewusst auf das Jetzt konzentriert, verdrängt den inneren Kritiker und andere unliebsame Gedanken von der geistigen Bühne. Deshalb hilft die konzentrierte Wahrnehmung auf das, was man gerade tut und spürt, bei allen Sorgen- und Gedankenketten. Es erfordert für den Anfang sicher etwas Übung, sich gedanklich nur auf seine Sinneswahrnehmung zu konzentrierten,  aber es funktioniert! Meditation ist in dem Bereich natürlich die Königsdisziplin, doch es geht auch einfacher. Zum Beispiel beim Backen dieser Tarte: Ich habe daran gerochen und mir selbst den Geruch beschrieben. Ich habe genau beobachtet, wie sich die Färbung beim Backen verändert. Ich habe die Konistenz des pürierten Kürbisses laut kommentiert – so, als müsste ich das jemand anderem besschreiben (zum Glück war ich mit all diesen Verrücktheiten allein in der Küche). Beim Schmecken habe ich dann nur noch *mmmhhhh* gemacht.  Und mein innerer Kritiker hat sich still und leise davongeschlichen.

Probiert es doch mal aus! Oder wie geht ihr mit unliebsamen Gedanken um?

 IMG_20151208_124811 (3)

Abgesehen von den unbestrittenen Qualitäten als Wahrnehmungs-Übungs-Objekt ist diese Ziegenkäse-Kürbistarte in jeder Hinsicht ein voller Gewinn: Sie ist unglaublich cremig & locker zugleich, gleichzeitig eiweißreich und sättigend. Durch den verwendeten Ziegenkäse ist sie leicht verdaulich – warum, habe ich bei meinem Flammkuchen-Rezept erklärt. Außerdem passt der leicht herbe Ziegenkäse wunderbar zum süßen Kürbis. Der Boden ist knusprig wie Mürbeteig, aber komplett ohne Butter. Wenn ihr die Pflanzenmilch durch Ahornsirup ersetzt, habt ihr einen perfekten „Mürbeteig“ für süßen Kuchen. Übrigens könnt ihr die Tarte auch ganz klassisch in einer runden (26cm) Form backen. (Achtung! Dann die Zutaten für den Boden verdoppeln!) Wenn ihr sie wie ich in eine Kastenform füllt, könnt ihr sie in Scheiben geschnitten super zu einem Buffet mitbringen.

Zubereitung:

  1. Ofen auf 190 °C vorheizen. Für den Boden alle Zutaten mischen (Kokosöl vorher flüssig machen) und in die gefettet oder mit Backpapier ausgelegte Backform drücken. Circa 5 Minuten im Ofen vorbacken lassen.
  2. Alle Zutaten für den Belag in einer Schüssel verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  3. Auf den vorgebackenen Boden geben und ca. 35 Minuten backen.
  4. Kurz abkühlen lassen und entweder lauwarm oder kalt genießen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.